20. - 29.04.2019
  • Francisco Vallejo Pons
    Francisco Vallejo Pons

    Name: Francisco Vallejo Pons
    Alter: 36
    Nation: Spanien
    Weltrangliste: 43

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  • Peter Svidler
    Peter Svidler

    Name: Peter Svidler
    Alter: 42
    Nation: Russland
    Weltrangliste: Nr. 19

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  • Maxime Vachier-Lagrave
    Maxime Vachier-Lagrave

    Name: Maxime Vachier-Lagrave
    Alter: 28
    Nation: Frankreich
    Weltrangliste: Nr. 7

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  • Magnus Carlsen
    Magnus Carlsen

    Name: Magnus Carlsen
    Alter: 28
    Nation: Norwegen
    Weltrangliste: Nr. 1

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  • Viswanathan Anand
    Viswanathan Anand

    Name: Viswanathan Anand
    Alter: 49
    Nation: Indien
    Weltrangliste: Nr. 6

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  • Vincent Keymer
    Vincent Keymer

    Name: Vincent Keymer
    Alter: 14
    Nation: Deutschland
    Weltrangliste: Nr. 6 (U16)

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  • Arkadij Naiditsch
    Arkadij Naiditsch

    Name: Arkadij Naiditsch
    Alter: 33
    Nation: Aserbaidschan
    Weltrangliste: Nr. 42

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  • Georg Meier
    Georg Meier

    Name: Georg Meier
    Alter: 31
    Nation: Deutschland
    Weltrangliste: Nr. 152

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  • Fabiano Caruana
    Fabiano Caruana

    Name: Fabiano Caruana
    Alter: 26
    Nation: USA
    Weltrangliste: Nr. 2

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  • Levon Aronian
    Levon Aronian

    Name: Levon Aronian
    Alter: 36
    Nation: Armenien
    Weltrangliste: Nr. 10

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Der Weltmeister brilliert

Magnus Carlsen spielte wie zum Auftakt der GRENKE Chess Classic die längste Partie des Tages und wieder war er mit den schwarzen Figuren siegreich. Der 28-jährige Weltmeister kämpfte sechs Stunden, bevor er Francisco Vallejo Pons auf studienartige Weise im Endspiel niederrang. Es war aber auch nicht nur der Tag von Carlsen. Peter Svidler kam gegen Arkadij Naiditsch ebenfalls zum vollen Punkt, genau wie Viswanathan Anand gegen Vincent Keymer. Georg Meier und Levon Aronian sowie Fabiano Caruana und Maxime Vachier-Lagrave trennten sich remis. | Foto: Eric van Reem

Auch am Ostersonntag fanden trotz des tollen Wetters sehr viele Fans den Weg ins Kongresszentrum Karlsruhe, um einige der besten Schachspieler der Welt live zu erleben. Vor und nach den Partien wurden die Titelgräger belagert für Autogramme und die inzwischen typischen Selfies.


Vincent Keymer beschriftet das T-Shirt eines jungen Fans

Georg Meier und Levon Aronian beendeten nach knapp drei Stunden als Erste ihre Partie. Der deutsche Nationalspieler eröffnete mit dem Doppelschritt des e-Bauern und Aronian erwiderte mit der Sizilianischen Verteidigung. Meier hatte durch einen vorgerückten Bauern auf e5 etwas Raumvorteil im Mittelspiel und die leicht angenehmere Stellung.

Aronian nutzte aber die geöffnete d-Linie, um beide Türme zu tauschen und eine solide Verteidigungsstellung aufzubauen. Ab dem 26. Zug wiederholten die Kontrahenten drei Mal die Züge und einigten sich damit auf Remis.


Aronian denkt nach dem ersten Zug von Meier über seine Antwort nach


Viswanathan Anand zeigte Vincent Keymer seine Grenzen auf. Gegen die Najdorf-Variante wählte "Vishy" mit Weiß ein seltenes Abspiel, um schnell die theoretischen Gefilde zu verlassen. Nach der Eröffnung hatte er eine Bauernmehrheit am Damenflügel, während Keymer sich auf dem anderen Flügel leicht geschwächt hatte.

In der Folge visierte Anand die schwachen schwarzen Bauern an und vergrößerte seinen Vorteil. Das führte nach 33 Zügen zum Bauerngewinn und nach dem Damentausch war das Endspiel für den 14-jährigen Deutschen kaum zu halten. Anand setzte seine Bauern am Damenflügel in Gang und zwang Keymer nach 43 Zügen zur Aufgabe.


Anand wird gleich seinen Läufer nach h6 ziehen

Im Anschluss äußerte sich Anand folgendermaßen über seinen Sieg:



Peter Svidler kam zu seinem ersten Sieg bei der GRENKE Chess Classic 2019. Arkadij Naiditsch wählte mit Weiß die Abtauschvariante der Spanischen Partie. Nach einem ausgeglichenen Eröffnungsverlauf schaffte es Svidler im Mittelspiel seinen Läufer zu aktivieren und Druck gegen den weißen Bauern auf e4 aufzubauen.

Svidler zwang einen weißen Springer auf die Grundreihe und kombinierte den Druck gegen den Bauern e4 mit einem Angriff auf den Bauern b2. Danach gewann er forciert Material und Naiditsch gab im 39. Zug auf.


Svidler (links) und Naiditsch vor Beginn ihrer Partie


Fabiano Caruana und Maxime Vachier-Lagrave trennten sich remis. Der amerikanische Großmeister wählte gegen die Sizilianische Verteidigung die "Carlsen-Variante", die der Weltmeister in Shamkir 2018 salonfähig gemacht hatte und die viele Spieler als Anti-Najdorf-Waffe danach übernahmen. Auf diesem Niveau sind die Großmeister aber auch auf solche Raritäten sehr gut vorbereitet und so blitzten die Akteure die ersten Züge locker runter.

Trotz der heterogenen Rochaden entstand ein damenloses Mittelspiel, in dem Vachier-Lagrave einen isolierten Bauern auf d5 verwalten musste. Caruana schaffte es, das Läuferpaar zu erobern und im Endspiel einen Minivorteil aus der Stellung zu pressen. Vachier-Lagrave hat aber viel Erfahrung mit solchen Stellungen und hielt das Endspiel letztendlich problemlos remis.


Vachier-Lagrave denkt über seine Heimanalyse dieser Stellung nach


Magnus Carlsen war zusammen mit Francisco Vallejo Pons wieder der letzte Spieler auf der Bühne. Nachdem die vier restlichen Partien beendeten waren, kämpfte er gegen den spanischen Großmeister um den vollen Punkt.


Vallejo Pons (links) und Magnus Carlsen alleine auf der Bühne | Foto: Eric van Reem


Der Weltmeister wählte gegen die Spanische Partie eine seltene Variante und kam gegen Francisco Vallejo Pons ordentlich aus der Eröffnung. Das lag insbesondere an seinen vorgepreschten Bauern am Königsflügel, die ihm dort mehr Raum gaben. In gewohnter Manier sammelte er nach dem Damentausch im Endspiel Vorteile und setzte seinen Gegner unter Druck.

Er drang vor allem mit seinem König in die weiße Stellung und nahm mit seinen Figuren aktive Postionen ein. Vallejo Pons hatte aber auch seine Chancen und konnte im 33. Zug einen Bauern gewinnen. Er verschmähte diesen aber und wurde von Carlsen in die Defensive gedrängt. Trotz des reduzierten Materials schaffte es der 28-jährige Norweger durch einige taktische Manöver einen Bauern zu gewinnen. Nach der Zeitkontrolle gewann er sogar eine Qualität und es entstand ein studienartiges Endspiel mit Turm und Läufer gegen Springer und Läufer.

Tatsächlich konnte Carlsen dieses Endspiel nach und nach zum Gewinn führen, indem er den weißen König auf die Grundreihe drängte und dort erledigte. Eine wahre Meisterleistung!


Vallejo Pons zog gerade den Läufer nach b5


Die 3. Runde findet am Ostermontag statt und beginnt um 15 Uhr. Die Paarungen lauten wie folgt:

Paarungen der 3. Runde (22.04.2019 / 15:00)
TischTNrTeilnehmer-TNrTeilnehmerErgebnis
1 2. Aronian, Levon - 10. Vallejo Pons, Francisco  - 
2 3. Svidler, Peter - 1. Meier, Georg  - 
3 4. Vachier-Lagrave, Maxime - 9. Naiditsch, Arkadij  - 
4 5. Keymer, Vincent - 8. Caruana, Fabiano  - 
5 6. Carlsen, Magnus - 7. Anand, Viswanathan  - 


Die Großmeister Jan Gustafsson und Peter Leko kommentieren die Partien live ins Internet (in englischer Sprache). Vor Ort ist Klaus Bischoff für die Besucher im Einsatz.


Jan Gustafsson und Peter Leko brillieren mit ihren Kommentaren in bekannter Manier


Text und Fotos (soweit nicht anders angegeben): Georgios Souleidis