GRENKE Chess Classic Baden-Baden
2. - 9. Februar 2015
  • Arkadij Naiditsch
    Arkadij Naiditsch

    Name: Arkadij Naiditsch
    Alter: 29
    Nation: Deutschland
    Weltrangliste: Nr. 38

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  • Michael Adams
    Michael Adams

    Name: Michael Adams
    Alter:43
    Nation: England
    Weltrangliste: Nr. 17

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  • Fabiano Caruana
    Fabiano Caruana

    Name: Fabiano Caruana
    Alter: 22
    Nation: Italien
    Weltrangliste: Nr. 2

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  • Etienne Bacrot
    Etienne Bacrot

    Name: Etienne Bacrot
    Alter: 31
    Nation: Frankreich
    Weltrangliste: Nr. 36

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  • Levon Aronian
    Levon Aronian

    Name: Levon Aronian
    Alter: 32
    Nation: Armenien
    Weltrangliste: Nr. 9

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  • Magnus Carlsen
    Magnus Carlsen

    Name: Magnus Carlsen
    Alter: 24
    Nation: Norwegen
    Weltrangliste: Nr. 1

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  • Viswanathan Anand
    Viswanathan Anand

    Name: Viswanathan Anand
    Alter: 45
    Nation: Indien
    Weltrangliste: Nr. 6

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  • David Baramidze
    David Baramidze

    Name: David Baramidze
    Alter: 26
    Nation: Deutschland
    Weltrangliste: Nr. 237

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GRENKE Chess Classic startet ohne Sieger

Die GRENKE Chess Classic 2015 starteten mit vier ausgekämpften Remis. Die größte Chance auf einen Sieg verpasste Etienne Bacrot gegen David Baramidze, während sich Levon Aronian und Magnus Carlsen mit knapp sechs Stunden den längsten Kampf des Tages lieferten. Entnehmen Sie dem folgenden Beitrag die Höhepunkte des 1. Tages der GRENKE Chess Classic 2015.

Der Vorstandsvorsitzende der GRENKELEASING AG, Wolfgang Grenke, eröffnete die GRENKE Chess Classic 2015 symbolisch mit dem ersten Zug der Partie Aronian-Carlsen. Zahlreiche Besucher fanden Weg in das LA8 und sollten ihr Kommen trotz vier unentschiedener Partien nicht bereuen. Alle Partien endeten zwar remis, waren indes aber hart umkämpft.

Wolfgang Grenke eröffnet die GRENKE Chess Classic 2015 mit 1.c4!

Etienne Bacrot verpasste die größte Chance auf einen Sieg. Der Franzose und David Baramidze folgten einer weitausanalysierten und für beide Seiten kreuzgefährlichen Variante der Grünfeld-Indischen Verteidigung. Baramidze schlug im 26. Zug einen Bauern auf g4 und ließ die Öffnung der h-Linie zu. Bacrot hätte nur zurückschlagen müssen, um danach entscheidend am Königsflügel einzudringen. Stattdessen folgte ein Springerzug im Zentrum und nachdem Baramidze einen weiteren Bauern schlug, musste der Favorit das Dauerschach forcieren.

Bacrot,Etienne (2711) - Baramidze,David (2594)
GRENKE Chess Classic 2015 (1), 02.02.2015

Stellung nach 26.g4:

26...hxg4? Die starke Engine Houdini 4 möchte mit 26...Te5 fortsetzen und nach 27.f4 mit 27...Txg5 28.fxg5 Lxg4 die Qualität geben und eine unklare Stellung herbeiführen. 27.Sce4? 27.fxg4! Sd6 (27...Lxg4?? 28.Th8+ Kg7 29.Txa8+-; 27...Kg8 28.Sce4 Sd6 29.Sf6+ Kg7 30.Tdf1+-) 28.Th8+ Kg7 29.Th7+ Kf6 30.Tf1+ Kxg5 31.Txe7 Lxg4 32.Txc7± 27...gxf3 Bacrot merkte, dass er den Gewinn verpasst hatte und forcierte jetzt das Dauerschach, bevor er sogar um das Remis bangen muss. 28.Th8+ Kg7 29.Th7+ Kf8 30.Th8+ Kg7 31.Th7+ ½-½

Fabiano Caruana und Vishy Anand waren nach der Partie bester Laune und analysierten währen der Pressekonferenz zahlreiche Varianten für die Zuschauer. Caruana wählte die auf höchstem Niveau eher harmlose Italienische Partie und der 45-jährige Inder glich problemlos aus. Im Mittelspiel hätten sich ein paar interessante Verwicklungen ergeben können, doch beide Spieler schalteten auf Sicherheitsmodus und einigten sich nach 38 Zügen in einem Damenendspiel auf Remis.


Nach der Partie sorgte insbesondere die folgende Stellung für ein wenig Heiterkeit.

Caruana,Fabiano (2820) - Anand,Viswanathan (2797)
GRENKE Chess Classic 2015 (1), 02.02.2015

Stellung nach 19.Dc2:

19...Sf8 Beide Spieler hatten während der Partie 19...Lxh3!? in Betracht gezogen, aber übersahen nach 20.gxh3 (20.bxc6! ist ein starker Zwischenzug 20...bxc6 21.gxh3 Dh4 22.Lxf7+ Txf7 23.Txb6 und Schwarz hat wahrscheinlich nicht genug für das Figurenopfer) 20...Dh4 21.Kg2 den Hammer 21...Td2! Nach 22.Dxd2 Sf4+ 23.Dxf4 exf4 hat Weiß genug Material für die Dame aber Probleme mit der Koordination seiner Figuren. 20.Se3 Lxe3 21.Lxe3 h6 22.Ted1 Tc8 23.Txd7 Dxd7 24.Td1 De8 25.bxc6 Dxc6 26.Ld5 Dxc3 27.Dxc3 Txc3 28.Lxb7 Sd7 29.La6 Sc5 30.Lxc5 Txc5 31.Lb5 Kh7 32.Td6 Lc4 33.Tb6 Lxb5 34.Txb5 Txb5 35.axb5 a4 36.b6 a3 37.b7 a2 38.b8D a1D+ ½-½

Michael Adams und Arkadij Naiditsch trennten sich ebenfalls remis. Die deutsche Nr. 1 überraschte Adams mit einer seltenen Variante der Französischen Verteidigung, die er in der Vergangenheit selten spielte. Der 43-jährige Engländer fand in der Eröffnung keinen Weg zum Vorteil und zeigte sich im Nachhinein enttäuscht: "Das war ziemlich trostlos heute und muss auf jeden Fall besser werden im Laufe des Turniers." Nach 32 Zügen hatten beide Spieler nur noch einen Turm, einen Springer und einige Bauern zur Verfügung. Naiditsch stellte seinen Gegner noch knapp 30 Züge auf die Probe, doch "Mickey" wehrte jederzeit alle Gefahren ab.


Levon Aronian und Magnus Carlsen lieferten sich mit knapp sechs Stunden die längste Partie des Tages. In einer seltenen Variante des Damengambits sicherten beide Spieler etwas ungewöhnlich ihre König mit der langen Rochade. Aronian übte mit Vorstößen im Zentrum etwas Druck aus. Nachdem er aber den Damentausch zuließ, hatte der Weltmeister keine Probleme im Endspiel und stellte nun seinerseits seinen Gegner vor Problemen. Der Armenier verteidigte sich aber umsichtig und neutralisierte mit seinem Springer den gegnerischen Läufer. Remis nach 64 Zügen.


Im Nachhinein haderte Levon Aronian insbesondere mit der Tatsache, dass er die Damen tauschte:

Aronian,Levon (2797) - Carlsen,Magnus (2862)
GRENKE Chess Classic 2015 (1), 02.02.2015

Stellung nach 36...Td8:

37.Dh2 "Das war ein lächerlicher Zug", meinte Aronian nach der Partie. In der Tat hatte Schwarz nach 37...Dh8 38.Dxh8 Txh8 39.Tg7 Sb6! mehr als genügend Gegenspiel und konnte sogar seinen Gegner ein wenig quälen. 37.Th1 diskutierten die Spieler in der Pressekonferenz mit Nigel Short. Die Idee ist, den Turm auf h7 zu stellen, um Druck auf der 7. Reihe auszuüben. Weiß hätte weiterhin etwas Druck ausgeübt.

Die Paarungen der 2. Runde am Dienstag den 03. Februar, die um 15 Uhr beginnt, lauten:

Viswanathan Anand - Arkadij Naiditsch
Magnus Carlsen - Michael Adams
David Baramidze - Levon Aronian
Fabiano Caruana - Etienne Bacrot


Text und Fotos: Georgios Souleidis